BAWAG GROUP ERZIELT NETTOGEWINN VON 61 MIO. €; 0,69 € GEWINN JE AKTIE

  • Nettogewinn in Höhe von 61 Mio. €; Nettogewinn je Aktie von 0,69 € und RoTCE von 9,1% 
  • Nettogewinn in Höhe von 81 Mio. € und RoTCE von 11,9% bei Normalisierung der vorgezogenen regulatorischen Aufwendungen 
  • Q1 2020 beinhaltet zusätzliche Risikovorsorgen von rund 25 Mio. € im Zusammenhang mit COVID-19-Effekten 
  • Ergebnis vor Risikokosten in Höhe von 171 Mio. € weitgehend stabil zum Vorjahr; Cost/Income-Ratio: 42,3%  
  • CET1 Quote (unter Vollanwendung der CRR) lag bei 12,7% 
  • Mittelfristige Ziele: RoTCE >15%, Cost/Income Ratio <40%

WIEN, 27. April 2020 – Die BAWAG Group gibt heute die Ergebnisse des ersten Quartals 2020 bekannt und erzielte einen Nettogewinn in Höhe von 61 Mio. €, einen Nettogewinn je Aktie von 0,69 € und einen Return on Tangible Common Equity (RoTCE) von 9,1%. Unter Berücksichtigung der vorgezogenen regulatorischen Aufwendungen lag der Nettogewinn bei 81 Mio. € bei einem RoTCE von 11,9%. 

Seitdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang März den Ausbruch von COVID-19 als eine globale Pandemie bezeichnete, haben wir eine noch nie dagewesene Marktvolatilität und Unsicherheit erlebt, wie es sie seit der Finanzkrise nicht mehr gegeben hat. Trotzdem blieb das zugrundeliegende operative Geschäft im ersten Quartal stark mit einem Ergebnis vor Risikokosten von 171 Mio. € und einer Cost/Income-Ratio von 42,3%. Um sowohl das sich verschlechternde makroökonomische Umfeld als auch vorsorglich Stundungen von Kundenzahlungen aufgrund von COVID-19 zu adressieren, wurde im ersten Quartal eine zusätzliche Risikovorsorge in Höhe von 25 Mio. € gebildet. Dies führte zu Gesamtrisikokosten in Höhe von 55 Mio. €. Die Kapitalausstattung der Bank blieb anhaltend stark mit einer CET1-Ratio (unter Vollanwendung der CRR) von 12,7%. Die Bank zieht weiterhin die Dividende für das Jahr 2019 als auch für das erste Quartal 2020 vom Kapital ab und wartet auf weitere – später im Jahr folgende - formale Leitlinien der Regulatoren im Hinblick auf Kapitalausschüttungen. 

Unsere Gedanken sind bei allen Personen, Familien, Beschäftigten im Gesundheitswesen sowie allen Mitarbeitern, die an vorderster Front stehen, die am stärksten von der COVID-19-Krise in unseren lokalen Märkten und in der ganzen Welt betroffen sind. Unser Unternehmen ist aus einer Position der Stärke in die durch COVID-19 bedingte Krise gestartet, da wir das Unternehmen im Laufe der Jahre so ausgerichtet haben, dass es in der Lage ist, wirtschaftlichen Abschwüngen standzuhalten. Wir verfügen über eine starke Kapitalausstattung, eine solide Finanzierung und Liquidität und eine effiziente Plattform, die vor der COVID-19-Krise Erträge im 15%-Bereich erwirtschaftete. Dies gibt uns den Raum, unseren Teil zur Unterstützung unserer Kunden und unserer lokalen Wirtschaft beizutragen und gleichzeitig unser Franchise zu schützen. Im ersten Quartal konnten wir die Stärke unseres Geschäftsmodells unter Beweis stellen, indem wir eine starke operative Leistung mit einem Ergebnis vor Risikokosten in Höhe von 171 Mio. € erzielten. Dies ermöglichte es uns, vorsorglich und konservativ zu sein und eine zusätzliche Risikovorsorge in Höhe von 25 Mio. € zu bilden, um proaktiv das sich verschlechternde makroökonomische Umfeld und mögliche Auswirkungen auf unsere Kunden durch die COVID-19-Krise zu adressieren. Auch wenn es noch zu früh ist, um zu sagen, wie sich dies alles entwickeln wird, bin ich zuversichtlich, dass unser Team in der Lage sein wird, sich in diesen unbekannten Gewässern zurechtzufinden. Ich bin sehr stolz darauf, wie sich das Unternehmen in den letzten zwei Monaten zusammengetan hat, insbesondere unsere Filialmitarbeiter, die das Beste der Bankengemeinschaft repräsentieren, um auch in diesen schwierigen Zeiten für unsere Kunden und unsere Gesellschaft zu arbeiten", kommentierte Chief Executive Officer Anas Abuzaakouk.

Erzielung von starken operativen Ergebnissen im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr 

Die operativen Kernerträge erhöhten sich um 5 Mio. €, oder 2%, auf 292 Mio. €. Der Nettozinsertrag stieg um 3% auf 220 Mio. €. Dies spiegelt das Wachstum in unseren Kernprodukten im Retail-Bereich als auch unsere Akquisitionen, die im Laufe des Jahres 2019 getätigt wurden, wieder. Der Provisionsüberschuss blieb weitgehend stabil bei 72 Mio. €. Die operativen Aufwendungen gingen um 1% zurück, das Ergebnis unserer Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Die Cost/Income Ratio blieb stabil bei 42,3%. Dies resultierte in einem Ergebnis vor Risikokosten in Höhe von 171 Mio. €. Dieses blieb gegenüber dem Vorjahr stabil und reflektiert das starke zugrundeliegende Geschäft.

Das erste Quartal 2020 enthielt regulatorische Aufwendungen in Höhe von 36 Mio. €. Dies entspricht 85% der Aufwendungen für das Gesamtjahr, die wir im ersten Quartal buchen müssen.

Die Risikokosten beliefen sich im ersten Quartal 2020 auf 55 Mio. €, ein Anstieg von 43 Mio. € oder 362%. Um das sich verschlechternde makroökonomische Umfeld sowie die Stundungen von Kundenzahlungen aufgrund von COVID-19 zu adressieren, wurden zusätzliche Risikovorsorgen in Höhe von 25 Mio. € im Retail & SME-Geschäft gebildet. Zusätzlich verbuchten wir eine Einzelwertberichtigung in Höhe von 10 Mio. € für ein Exposure im Öl & Gas-Sektor in unserem Corporate-Geschäft. 

Die CET1 Quote (unter Vollanwendung der CRR) lag zum Ende des ersten Quartals bei 12,7% (Dezember 2019: 13,3%). Dies berücksichtigt die vorgesehene Dividende für 2019 in Höhe von rund 230 Mio. € als auch die Dividendenabgrenzung für das erste Quartal 2020 in Höhe von rund 30 Mio. €. In Übereinstimmung mit der Empfehlung der EZB Kapitalausschüttungen zu verschieben, bis weitere Leitlinien bis zum 1. Oktober 2020 gegeben werden, haben wir unsere Hauptversammlung in das vierte Quartal 2020 verschoben. Diese Verschiebung wird uns in die Lage versetzen, mehr Klarheit über die Auswirkungen des Coronavirus zu erlangen und jegliche weitere formale Leitlinie oder Empfehlung der EZB oder staatlicher Behörden entsprechend zu beurteilen. 

Die Kredite und Forderungen an Kunden stiegen gegenüber Dezember 2019 um 2%. Das gesamte Kundenkreditvolumen stammt weiterhin zu rund 70% aus der DACH-Region und zu rund 30% aus dem übrigen Westeuropa und den USA. Wir fokussieren uns auf entwickelte Märkte, da wir in diesen Ländern von stabilen Rechtssystemen, soliden makroökonomischen Grundlagen und soliden Finanzen überzeugt sind. Wir werden unseren konservativen Risikoappetit beibehalten und uns weiterhin auf unsere Kernmärkte konzentrieren. 

Unser Ziel war und wird es immer sein, auf eine starke Bilanz, solide Kapitalausstattung sowie eine konservative Kreditvergabe zu achten, ein Eckpfeiler, wie wir unsere Bank steuern. Die NPL Ratio lag bei 1,6% (exkl. dem Rechtsfall mit der Stadt Linz bei 1,1%). Dies stellt ein historisch niedriges Niveau an NPL-Volumina vor COVID-19 dar. Mehr als zwei Drittel unserer Bilanz sind durch Kundeneinlagen finanziert. Es gibt in 2020 kein Finanzierungserfordernis, sollten die Kapitalmärkte volatil bleiben. Des Weiteren verfügt die Bank über einen kurzfristigen Liquiditätspuffer in Höhe von 7,3 Mrd. € per Ende März 2020. Werden die sonstigen marktfähigen Wertpapiere hinzugerechnet, erhöht sich dieser Puffer auf 9,6 Mrd. €.

Umgang mit einer beispiellosen Krise 

Bei der Bewältigung dieser beispiellosen Krise haben wir Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter, zur Unterstützung unserer Kunden und der Gesellschaft sowie zum Schutz unseres Unternehmens ergriffen. 

Unsere Mitarbeiter: Ende Februar richteten wir eine Task Force ein, die die Entwicklung der Ausbreitung von Covid-19 und die damit verbundenen Maßnahmen fortlaufend evaluierte. Infolgedessen arbeiten über 75% unserer Mitarbeiter ohne Probleme von zu Hause aus. Obwohl niemand für eine solche Situation planen konnte, wurde die Infrastruktur für ein erweitertes Home Office vorbereitet, was die Ausstattung, die Anwendungen und die flexiblen Arbeitsvereinbarungen betrifft, die in Partnerschaft mit unserem Betriebsrat vereinbart wurden. 

Kunden und Gesellschaft: 100% unserer Filialen bleiben während dieser Krise ohne Änderungen der Öffnungszeiten offen, während unsere Sicherheitsstandards und -protokolle verbessert wurden. Gleichzeitig haben wir unsere Dienstleistungen für Risikogruppen sowie unsere Online-Funktionalitäten verbessert und neue Online-Verfahren für z.B. Zahlungsaufschübe eingeführt, um die Filialbesuche auf ein Minimum zu reduzieren. Wir kontaktieren proaktiv unsere Kunden, um sie über die verschiedenen Konjunkturpakete der österreichischen und deutschen Regierung zu informieren und sie durch Anrufe unserer Kundenbetreuer sowie einen erweiterten Support durch unser Callcenter zu unterstützen. 

Wir wollen unsere Rolle bei der Unterstützung der Realwirtschaft in Österreich, Deutschland, der Schweiz und anderen Märkten, in denen wir tätig sind, wahrnehmen. Vor der Pandemie hatte die DACH-Region starke makroökonomische Fundamentaldaten mit einem jährlichen BIP von 4,5 Billionen € und eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von weniger als 4%. Die Regierungen in der Region haben sich verpflichtet, die Wirtschaft zu unterstützen, und haben umfangreiche Konjunkturpakete und Unterstützungsmaßnahmen geschnürt und damit ihre finanzwirtschaftliche Stärke und Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Wir sehen unsere Rolle darin, unsere Kunden proaktiv zu informieren, für Transparenz zu sorgen und sicherzustellen, dass die Mittel schnell von denjenigen in Anspruch genommen werden können, die sie am dringendsten benötigen. 

"In Österreich ist es unsere oberste Priorität, unsere Kunden in einer solch noch nie dagewesenen Situation zu unterstützen und in Echtzeit auf ihre Bedürfnisse zu reagieren. Die Investitionen, die wir in den letzten Jahren in unsere digitalen Fähigkeiten und Multikanal-Bankdienstleistungen getätigt haben, haben es uns ermöglicht, unsere Prozesse schnell anzupassen und unsere Online-Funktionalitäten zu verbessern, um uns an die neue Umgebung anzupassen und die Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter zu schützen. Ein besonderer Dank gilt unseren Filialmitarbeitern, die dafür gesorgt haben, dass 100% unserer Filialen geöffnet sind, für ihren unermüdlichen Einsatz, mit dem sie dafür gesorgt haben, dass Service und finanzielle Sicherheit für unsere Kunden gewährleistet sind. Darüber hinaus hat unser Kundenservicecenter von Anfang ein hohes Volumen an Anrufen bewältigt und während der gesamten Zeit der Ausgangsbeschränkungen "Customer Care"-Gespräche geführt, um finanzielle Bedürfnisse, digitale Fähigkeiten und Serviceoptionen zu besprechen", kommentierte David O'Leary, Vorstandsmitglied der BAWAG Group und verantwortlich für Retail & SME in Österreich. 

In Anbetracht des aktuellen Umfelds und der Schwierigkeiten, denen viele ausgesetzt sind, hat der Vorstand auf einen allfälligen Bonus für 2020 verzichtet, zusätzlich zum bereits erfolgten Verzicht auf den Bonus für 2019. Darüber hinaus wurde eine zusätzliche Prämie für all jene Mitarbeiter eingeführt, die in den Filialen arbeiten.

Entwicklung des Kundengeschäftssegments Q1 2020 im Vergleich zu Q1 2019

SegmentErgebnis vor
Steuern (in Mio. €)
Nettogewinn
(in Mio. €)

RoTCECost/Income Ratio
Retail & SME

75 / -10% 

56 / -10%

18,3%

38,8%
Corporates & Public

31 / -34%

23 / -34%

11,1%

30,1%


Das Segment Retail & SME erzielte im ersten Quartal 2020 einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 75 Mio. €, ein Rückgang von 10% im Vergleich zum ersten Quartal 2019. Dieser Rückgang ist auf einen Anstieg von Risikokosten zurückzuführen, da zusätzliche Risikovorsorgen in Höhe von rund 25 Mio. € genommen wurde, um Effekte im Zusammenhang mit COVID-19 zu adressieren. Das Ergebnis vor Risikokosten stieg um 17% gegenüber dem Vorjahr an. Dies resultiert überwiegend aus einem Anstieg im Zinsertrag. Während wir in Echtzeit auf die veränderten Kundenbedürfnisse während der Pandemie reagierten, setzten wir unsere Geschäftsinitiativen fort. Im ersten Quartal wurde die easybank in die BAWAG P.S.K. verschmolzen. Während die Marke easybank bestehen bleibt und sich für die Kunden nichts ändern wird, wird dies zu Effizienzsteigerungen bei Prozessen und Produktangeboten führen. In Deutschland haben wir die Zentralisierung der Middle- und Back-Office-Tätigkeiten fortgesetzt. Die Integration der in 2019 akquirierten Geschäfte ist abgeschlossen, und der Schwerpunkt wird nun auf Wachstums- und Rentabilitätsinitiativen gelegt. 

Das Segment Corporates & Public steuerte im ersten Quartal 2020 ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 31 Mio. € bei, ein Rückgang von 34% gegenüber dem Vorjahresquartal. Im ersten Quartal 2020 lagen die Risikokosten bei 12 Mio. €, die überwiegend für eine Einzelwertberichtigung in Höhe von 10 Mio. € für ein Exposure im Öl & Gas-Sektor gebildet wurden. Wir sehen gute Möglichkeiten für Transaktionen im Asset-Backed-LendingBereich. Die Preisniveaus haben sich sowohl bei Neuemissionen als auch bei Sekundärtransaktionen ausgeweitet, die Transaktionsvolumina haben sich jedoch verringert, da sich der Markt an das aktuelle Umfeld anpasst. 

Ausblick und Ziele

Der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) hat unterschiedliche Reaktionen von Regierungen auf der ganzen Welt ausgelöst. Es ist wichtig zu beachten, dass es sich hierbei in erster Linie um eine Gesundheitskrise handelt, von der die Weltgemeinschaft betroffen ist. Vieles hängt von der Wirksamkeit der eingeführten gesundheitspolitischen, steuerlichen, geldpolitischen und regulatorischen Maßnahmen ab. 

Angesichts der fortlaufenden Entwicklungen der Ereignisse und der Ungewissheit in Umfang und Dauer kann dies in den kommenden Monaten zu einem insgesamt herausfordernden und volatilen Marktumfeld führen. Angesichts dieser Unsicherheiten hat der Vorstand der BAWAG Group beschlossen, die zuvor kommunizierten Ziele für 2020 zurückzunehmen. In Anbetracht der Marktunsicherheiten und der Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds sind konkrete Ziele für dieses Jahr nicht verlässlich. 

Aufgrund des strategischen Fokus, der Stärke der Bank und der über die letzten Jahre stattgefundenen Transformation, setzt sich das Management zum Ziel, mittelfristig einen Return on Tangible Common Equity von >15% und eine Cost/Income-Ratio von <40% in einem normalisierten Umfeld zu erreichen. 

Im Hinblick auf die Empfehlung der EZB haben wir beschlossen, die derzeit geplante Hauptversammlung, die ursprünglich für den 4. Mai 2020 angesetzt war, in das vierte Quartal 2020 zu verschieben. Diese Verschiebung wird uns in die Lage versetzen, mehr Klarheit über die Auswirkungen des Coronavirus zu erlangen und jegliche weitere formale Leitlinie oder Empfehlung der EZB oder staatlicher Behörden entsprechend zu beurteilen. 

Des Weiteren haben wir unseren Capital Markets Day in das erste Halbjahr 2021 verschoben.

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