BAWAG GROUP ERZIELTE IM JAHR 2019 REKORD-ERGEBNIS VOR STEUERN VON 604 MIO. €, +6% GEGENÜBER 2018

  • Rekord-Jahresüberschuss vor Steuern von 604 Mio. € (+6% gegenüber dem Vorjahr)
  • Nettogewinn für 2019 bei 459 Mio. € (+5% gegenüber dem Vorjahr); pro forma Gewinn je Aktie von 5,22 € (+19% gegenüber Vorjahr)
  • Hauptversammlung wird Dividendenausschüttung in Höhe von 2,61 € je Aktie (+20% gegenüber Vorjahr) vorgeschlagen
  • CET1 Quote (unter Vollanwendung der CRR) bei 13,3% nach Dividende und nach Aktienrückkauf von 400 Mio. €
  • Alle für 2019 festgelegten Ziele erreicht, starker Fortschritt bei der Umsetzung der Strategie
  • Konzernziele für 2020 bestätigt

WIEN, 12. Februar 2020 – Die BAWAG Group gibt heute ihre vorläufigen Ergebnisse für das Jahr 2019 bekannt und weist einen starken Jahresüberschuss vor Steuern in Höhe von 604 Mio. € aus, was einer Steigerung um 6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anstieg ist hauptsächlich auf höhere operative Erträge und diszipliniertes Kostenmanagement zurückzuführen. Der pro forma Gewinn je Aktie belief sich auf 5,22 € (+19% ggüber Vorjahr), der Return on Tangible Common Equity (RoTCE) betrug 16,1% und die Cost/Income Ratio 42,7%.

Die CET1 Quote (fully loaded) belief sich auf 13,3%, unter Berücksichtigung des Aktienrückkaufprogramms in Höhe von 400 Mio. € – in etwa 11% der damals im Umlauf befindlichen Aktien der BAWAG Group –, das im vierten Quartal 2019 durchgeführt wurde sowie der abgezogenen Dividenden in Höhe von rund 230 Mio. € für das Jahr 2019. Die Höhe der Dividende, die der Hauptversammlung vorgeschlagen wird, beträgt 2,61 € je Aktie (+20% gegenüber 2018). Seit dem Börsengang im Oktober 2017 hat die BAWAG Group mehr als 900 Mio. € Kapital an ihre Aktionäre zurückgegeben bzw. dafür vorgesehen. Dies spiegelt ein stark kapitalgenerierendes Geschäftsmodell wider, mit einer Bruttokapitalbildung von etwa 230 Basispunkten CET1 im Jahr 2019.

2019 war für die BAWAG Group ein weiteres Rekordjahr und unser zweites als börsennotiertes Unternehmen. Das Marktumfeld für europäische Banken blieb herausfordernd, allerdings zeigt sich, dass die Fundamentaldaten der Bank stark sind. Wir haben alle unsere Ziele erreicht, mit einem Ergebnis vor Steuern von 604 Mio. €, einem Return on Tangible Common Equity von 16,1% und einem pro forma Gewinn je Aktie in Höhe von 5,22 €. Wir haben auch unser Versprechen, unser Kapital effizient einzusetzen, eingehalten, während wir im Verlaufe des vergangenen Jahres 615 Mio. € Kapital an unsere Aktionäre ausgeschüttet haben, durch ein 400 Mio. € großes Aktienrückkaufprogramm und 215 Mio. € an Dividenden (2,18 € je Aktie), was zusammen einer Ausschüttungsquote von 140% entspricht. In Übereinstimmung mit unserer jährlichen Dividendenpolitik werden wir der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividendenzahlung von 2,61 € je Aktie (+ 20% gegenüber dem Vorjahr) vorschlagen. Wir werden an unseren verschiedenen operativen und strategischen Initiativen weiterarbeiten und uns darauf konzentrieren, was wir steuern können, während wir gleichzeitig weiterhin an der BAWAG Group von morgen arbeiten. Wir freuen uns auf die Zukunft und sind überzeugt davon, dass wir die Ziele für 2020 erreichen werden“, sagte Chief Executive Officer Anas Abuzaakouk.

Rekordergebnisse im Jahr 2019 erzielt

Die operativen Kernerträge erhöhten sich um 39 Mio. € bzw. 3% auf 1.163 Mio. €. Der Nettozinsertrag stieg um 5% auf 879 Mio. €, was das Wachstum in unseren Retail-Kernprodukten und die abgeschlossenen Akquisitionen im Jahr 2019 widerspiegelt. Der Provisionsüberschuss blieb stabil bei 284 Mio. €. Die operativen Aufwendungen stiegen gegenüber 2018 um 2%, was die Akquisitionen von BFL Leasing GmbH, Health Coevo AG und Zahnärztekasse AG in 2019 berücksichtigt. Die Cost/Income Ratio verbesserte sich gegenüber 2018 um 1,5 Prozentpunkte auf 42,7% und blieb damit unter unserem Ziel für 2019 von <43%.

Die BAWAG Group beendete das Jahr 2019 mit einer CET1 Quote (unter Vollanwendung der CRR) von 13,3% (Dezember 2018: 14,5%). Dies berücksichtigt die Dividende von 2,61 € je Aktie (rund 230 Mio. € werden der Hauptversammlung vorgeschlagen) sowie das Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 400 Mio. €, das im vierten Quartal 2019 durchgeführt worden ist.

Die Kredite und Forderungen an Kunden blieben im Vergleich zu Dezember 2018 weitgehend stabil. Das gesamte Kundenkreditvolumen stammt weiterhin zu rund 70% aus der DACH-Region und 30% aus dem übrigen Westeuropa und den USA. Wir sind sehr stolz darauf, die Bank in einer sicheren und soliden Art und Weise auszurichten. Wir sind auf entwickelte Märkte fokussiert, da wir davon überzeugt sind, unser Bankgeschäft in Ländern mit stabilen Rechtssystemen und starken makroökonomischen Fundamentaldaten zu führen. Wir werden weiterhin unseren konservativen Risikoappetit beibehalten, wobei wir gleichzeitig sicherstellen, Makro- und Mikrorisiken zu entschärfen.

Wir achten auf eine starke Bilanz und legen auf eine konservative Kreditvergabe wert, ein Eckpfeiler unserer Bank. Die Risikokosten in 2019 betrugen 18 Basispunkte, innerhalb unserer „Through-The-Cycle-Guidance“ von 15-25 Basispunkten. Die NPL Quote belief sich auf 1,7% (ohne Stadt Linz-Fall: 1,2%).

Umsetzung unserer Strategie

Unser Schwerpunkt ist und bleibt das Wachstum in den entwickelten Märkten mit Österreich als Kernmarkt und Basis.

Unser Schwerpunkt in Austrian Retail & SME liegt weiterhin darauf, unseren Kunden die gewohnte Qualität von Produkten und Dienstleistungen zu bieten und die differenzierten Wertversprechen unserer einzelnen Marken zu erhalten, wenn wir unsere 2,4 Millionen Kunden auf dem österreichischen Heimatmarkt ansprechen. „Mit der vollständigen Trennung von der Österreichischen Post haben wir einen wichtigen Meilenstein in unserer Transformation des österreichischen Retail-Geschäfts erreicht: Mit unserem eigenen Filialnetz von 88 Filialen ist es unser Ziel, unseren Kunden ein wirklich differenziertes, qualitativ hochwertiges Kundenerlebnis, hochwertige und fundierte Beratung zu bieten, sowie neue und bestehende Technologien zu nutzen, um unser Geschäft zu vereinfachen und die Komplexität zu reduzieren. Zu diesem Zweck haben wir rund 200 neue Berater eingestellt, neue Filialen eröffnet, Partnerschaften mit dem Einzelhandel am Point-of-Sale eingeführt, unsere Datenanalyse verbessert und die Möglichkeiten der Kreditvergabe über Plattformen ausgebaut. Wir haben die einmalige Gelegenheit, unsere österreichweite Go-to-Market-Strategie neu zu definieren, um unseren Kunden die besten Produkte und Dienstleistungen am Markt anzubieten“, erklärte David O'Leary, Vorstandsmitglied der BAWAG Group und verantwortlich für Retail & SME in Österreich.

Unser International Retail & SME, das in unserem deutschen Geschäft verankert ist, wird sich stärker auf digitale Kanäle und Produkte konzentrieren, stärker auf Spezialfinanzierungen ausgerichtet sein und über verschiedene Partnerschaften und Plattformen wachsen. Im Jahr 2019 haben wir mit dem Abschluss von drei Akquisitionen weitere Fortschritte beim Aufbau der Plattform erzielt: Die BFL Leasing GmbH schuf eine Grundlage für die BAWAG Group, um ihr Leasing-Franchise in Deutschland zu etablieren, indem sie mit strategischen Partnern zusammenarbeitete und eine Vielzahl von Leasing-Vertriebskanälen aufbaute, während die Akquisitionen der Health Coevo AG (Deutschland) und der Zahnärztekasse AG (Schweiz) der BAWAG Group den Einstieg in das Factoring-Geschäft ermöglichten. Beide Factoring-Akquisitionen konzentrieren sich auf die Nische der zahnärztlichen und medizinischen Finanzdienstleistungen, wobei sie über strategische Partnerschaften arbeiten und versuchen, den Vertriebsumfang auszubauen. Sat Shah, Vorstandsmitglied der BAWAG Group und verantwortlich für die internationalen Retail- und SME-Aktivitäten in Europa: „Die erfolgreiche Einführung von Qlick, die Einführung von Spezialfinanzierungsleasing- und Factoringprodukten, die erneute Konzentration auf das Private Banking und die Pipeline von Retail-Partnerschaften und -Plattformen trägt zur Transformation unseres Geschäfts bei. Unser Ziel für 2020 ist es, das Produktangebot über unsere verschiedenen Plattformen hinweg zu koordinieren. Die Integration unserer verschiedenen Geschäftsbereiche kommt gut voran, da wir unsere Middle- und Back-Office-Aktivitäten über mehrere Plattformen hinweg weiter harmonisieren und organische und anorganische Wachstumsmöglichkeiten in Deutschland und Westeuropa vorantreiben.

Das Umfeld für Corporates & Public Sector bleibt unter risikoadjustierten Gesichtspunkten innerhalb der DACH-Region weiterhin herausfordernd. Wir bekennen uns jedoch klar zu diesem Geschäftsfeld und werden bereit sein, uns aktiv zu engagieren, wenn der Markt sich korrigiert und wir in der Lage sind, ein profitables Wachstum zu erzielen. Wir sehen weiterhin Chancen außerhalb der DACH-Region, doch die Kreditvergabe an Unternehmen wird im Allgemeinen wettbewerbsintensiver. Unser Schwerpunkt ist und wird immer auf risikobereinigten Erträgen liegen und wir werden niemals dem Volumen nur um des Wachstums willen nachjagen.

Entwicklung des Kundengeschäfts im Jahr 2019

SegmentJahresüberschuss vor
 Steuern (in Mio. €)
Nettogewinn
(in Mio. €)

RoTCECost/Income Ratio
Retail & SME

395 / +1% 

296 / +1%

23,5%

42,8%
Corporates & Public

190 / -4%

142 / -4%

14,4%

34,2%


Das Segment Retail & SME erzielte einen Gewinn vor Steuern von 395 Mio. €, ein Plus von 1% gegenüber 2018, was in erster Linie auf einen Anstieg des Zinsüberschusses zurückzuführen ist. Unsere eigenständige Filialstrategie in Österreich, Concept 21, erreichte 2019 einen wichtigen Meilenstein: Die vollständige Trennung von der Österreichischen Post AG ermöglicht uns den Betrieb unseres eigenständigen Filialnetzes mit 88 Filialen. Gleichzeitig haben wir unsere digitalen Möglichkeiten durch die Einführung unseres Point-of-Sale-Finanzierungsangebots und den Start unserer neuen eBanking-App "klar" erweitert. Darüber hinaus haben wir drei Partnerschaften in Österreich gestartet, die wichtige neue Kundenakquisitionskanäle darstellen. In Deutschland setzte sich die Transformationsdynamik mit der Integration verschiedener Geschäftsbereiche, der Zentralisierung von Aktivitäten, der Einführung neuer Partnerschaften sowie der Einführung digitaler Produkte und Kanäle fort.

Corporates & Public steuerte im Jahr 2019 einen Jahresüberschuss vor Steuern in Höhe von 190 Mio. € bei, ein Rückgang von 4% gegenüber dem Gesamtjahr 2018. Wir sehen gute Möglichkeiten für Asset-backed-Lending-Transaktionen. Wir sehen jedoch weiterhin Preisdruck im gesamten Bereich des Firmenkreditgeschäfts. Unser Schwerpunkt wird weiterhin auf risikobereinigten Renditen, diszipliniertem Underwriting und Geduld liegen, und niemals alleine Vorlumenswachstum zu verfolgen.

Ausblick und Ziele

Trotz des sich verändernden Makroumfelds mit noch niedrigeren Zinsen bekräftigen wir unsere Ziele für 2020, die wir im Vorjahr festgelegt haben, nämlich ein absolutes Ziel für den Jahresüberschuss vor Steuern von mehr als 640 Mio. € im Jahr 2020 und einen Nettogewinn größer als 480 Mio. €. Die 2019 eingeleiteten Initiativen – sowohl auf der Einnahmen- als auch auf der Kostenseite – ermöglichen es, nicht nur die niedrigeren Zinssätze zu kompensieren, sondern auch weiterhin profitabel zu wachsen.

Unsere Ziele für 2020 lauten wie folgt:

Ziele2020
Ergebnis vor Steuern

> 640 Mio. €

Ergebnis nach Steuern 

> 480 Mio. €

Cost/Income Ratio

<40%

Return on Tangible Common Equity

15%-20%

Common Equity Tier 1 Quote (fully loaded)

13%

Nettogewinn je Aktie1)

> 5,40 €

1) Vor Abzug des AT 1 Coupons; basierend auf der Anzahl der Aktien (89,1 Mio.)

In Bezug auf Kapitalaufbau und Ausschüttungen an die Aktionäre streben wir eine jährliche Dividendenausschüttung in Höhe von 50% des Nettogewinns an und werden zusätzliches Überschusskapital für Investitionen in organisches Wachstum sowie die Umsetzung ergebnissteigernder Akquisitionen in Übereinstimmung mit unserem konzernweiten RoTCE-Ziel verwenden.

Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende in Höhe von 2,61 € je Aktie (rund 230 Mio. €) auszuschütten. Wir haben für die Gruppe ein CET1-Ziel von 13% festgelegt, das wir als Schwellenwert für jede Kapitalausschüttung verwenden werden. Soweit überschüssiges Kapital nicht organisch eingesetzt werden kann oder keine M&A-Transaktion bevorsteht, werden wir es über Aktienrückkäufe und/oder Sonderdividenden, abhängig von einer jährlichen Bewertung, an unsere Aktionäre zurückgeben.

Anmerkung: Der “Pro forma”- Gewinn je Aktie basiert auf den im Umlauf befindlichen Aktien zum Jahresende.

Kontakt:

Financial Community:

Jutta Wimmer (Head of Investor Relations)

Tel: +43 (0) 5 99 05-22474
IR-Hotline: +43 (0) 5 99 05-34444

investor.relations@bawaggroup.com

Medien:

Manfred Rapolter (Head of Communications, Pressesprecher)

Tel: +43 (0) 5 99 05-31210

communications@bawaggroup.com


Presseaussendung (PDF)