FINANZJOURNALISTENFORUM ZU GAST BEI DER BAWAG P.S.K.: HEIMISCHE PRIVATANLEGER MIT AUFHOLBEDARF BEI WERTPAPIER-VERANLAGUNG

  • Startschuss für Initiative „Sechs Milliarden mehr“ fiel beim Finanzjournalistenforum im Großen Kassensaal der BAWAG P.S.K.
  • Scheu vor Wertpapieren: Angst vor Schwankungen verstellt Österreichern die Sicht auf Ertragschancen
  • BAWAG P.S.K.: Persönliches Beratungsgespräch essentiell für erste Schritte in der Wertpapier-Veranlagung

WIEN, 14. November 2018 – Rund 50 Finanz- und Wirtschaftsjournalisten sowie Branchenvertreter folgten gestern der Einladung von Martin Kwauka zum Finanzjournalistenforum, das im Großen Kassensaal der BAWAG P.S.K.-Zentrale stattfand. Unter dem Motto „Sechs Milliarden Mehr“ ging es um die Frage, was getan werden muss, um den Österreichern die Scheu vor Wertpapieren zu nehmen. „Wenn es durch eine Änderung des österreichischen Anlageverhaltens gelänge, die Nettorendite langfristig um einen Prozentpunkt zu heben, könnten pro Jahr mehr als sechs Milliarden Euro zusätzliches Privatvermögen geschaffen werden – und damit wäre man immer noch weit vom europaweiten Durchschnitt entfernt“, rechnete Martin Kwauka, Gründer des Finanzjournalistenforums, vor. Am Podium diskutierten Markus Gremmel, Bereichsleiter für Marketing und Produktmanagement bei der BAWAG P.S.K., Arne Holzhausen, Leiter Volkswirtschaftliche Abteilung bei der Allianz SE, Ernst Vejdovszky, Vorstand der S IMMO AG, und Constantin Veyder-Malberg, Vorstand der Capital Bank.

Wie Holzhausen unter Bezugnahme auf aktuelle Studien darlegte, bleibt seit der Finanzkrise die Entwicklung der privaten Geldvermögen in Österreich deutlich hinter der in den übrigen Euroländern zurück. An den Sparanstrengungen liege es sicherlich nicht, die Probleme liegen woanders: Die Vermögenseinkommen von Herrn und Frau Österreicher waren nur gut halb so hoch wie in den übrigen Euroländern und die Wertgewinne erreichten gar nur ein Drittel des Vergleichswerts. Die Quittung: Die nominale Rendite liegt für die Jahre seit 2012 bei nur 2,4% (Durchschnitt der übrigen Euroländer: 4,8%), nach Abzug der Inflation bei mageren 0,7% (3,7%). Über die Ursachen müsse nicht lange gerätselt werden: Nirgendwo sonst ist der Anteil von Bargeld und Bankguthaben im Portfolio so hoch wie in Österreich – und gleichzeitig der Anteil von Aktien so niedrig. Die österreichischen Haushalte machen viel zu wenig aus ihren Vermögen.

Die Ursachen dafür sind vielschichtig: Laut Erfahrungen der BAWAG P.S.K. ziehen viele Privatkunden Wertpapiere als Veranlagungsprodukt zumeist erst nach einem persönlichen Gespräch mit einem Berater in Erwägung. „Wertpapier-Veranlagung ist Vertrauenssache. Das persönliche Gespräch und der Vertrauensaufbau sind bei den ersten Veranlagungs-Schritten außerhalb des ‚klassischen Sparbuchsparens‘ extrem wichtig. Denn viele denken im Zusammenhang mit Wertpapieren vorranging an Schwankungen und Verlustpotenzial, nur sehr wenige sehen auf Anhieb auch die Chancen auf langfristige potentielle Erträge“, erklärte Markus Gremmel.

In der BAWAG P.S.K. beobachte man zudem, dass Kunden immer höhere Beträge auf Sichteinlagen haben. „Nicht zu investieren ist auch eine Investment-Entscheidung – aber die denkbar schlechteste. Denn mit einer Inflationsrate von 3% sinkt das Vermögen in 10 Jahren um ein Viertel, und in 20 Jahren um knapp die Hälfte“, gab Gremmel zu bedenken. Deshalb konzentriert sich die BAWAG P.S.K. vermehrt auf darauf, Bewusstsein dafür bei den Kunden zu schaffen: Denn der Erhalt der eigenen Kaufkraft ist den Österreichern wichtig – insbesondere im Hinblick auf die Pension. Das Verlustrisiko gut einschätzen oder idealerweise begrenzen zu können, sei aber ebenso wichtig.

Zur Unsicherheit im Hinblick auf Schwankungen und das Risiko bei Wertpapier-Veranlagung komme auch noch ein geringes Wissen zu Finanzthemen hinzu. „Österreicherinnen und Österreicher haben einen großen Aufholbedarf, um ein Verständnis für grundlegende Begriffe wie Aktien, Anleihen oder Fonds zu entwickeln“, verdeutlichte Gremmel.

Auch Ernst Vejdovszky von der S IMMO AG verwies bei der Diskussion auf den Kapitalmarkt als chancenstarken Ausgleich zum klassischen Sparbuch für Privatanleger in Zeiten von historisch niedrigen Zinsniveaus: „In einem gut sortierten Anlageportfolio sollten Immobilien auf keinen Fall fehlen. Eigenheime und Vorsorgewohnungen sind in Österreich sehr beliebt, für kleinere Veranlagungssummen stellen Immobilienaktien eine attraktive Alternative dar.“ Constantin Veyder-Malberg merkte an, dass den Österreichern eine klare Vermögensstrategie fehle: „Wer diese hat, hält Marktschwankungen aus. Die Belohnung sind deutlich bessere Renditen. Diese braucht, wer real kein Geld verlieren will.“

Arne Holzhausen hob hervor, dass die Österreicher in der Finanzkrise einiges richtig gemacht hätten, denn das Vermögen sei trotz Turbulenzen weiter gewachsen: „Aber sie haben den Ausgang aus dem Krisenmodus verpasst, immer noch regieren Sicherheit und Liquidität. Die folgenden sechs Jahre Aufschwung haben die Österreicher daher mehr oder weniger verschlafen. Das war kostspielig, bei etwas mehr Risikoneigung könnten die Geldvermögen heute um mindestens 25 Mrd. Euro höher liegen.“

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