BAWAG P.S.K. MARKTAUSBLICK: "ITALIEN-TIEF" DÜRFTE BALD WIEDER ABZIEHEN

  • Solide Gesamtlage und Konjunkturerholung in USA und in Europa
  • Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit 10 Jahren in der Eurozone
  • BIP-Wachstum in Österreich auf breiter Basis

WIEN, 18. Oktober 2018  Neben der US-Wirtschaft dürfen sich auch europäische Wirtschaftstreibende über heitere Wachstumsaussichten freuen – Prognosen für 2018 deuten auf einen Zuwachs des BIP in der Eurozone um 2,1% und auf das Sinken der Arbeitslosigkeit auf 8,4% hin. Nach Einschätzung von Ingo Jungwirth, Volkswirt der BAWAG P.S.K., gibt es zudem zurzeit keine Anzeichen für einen Wirtschaftsabschwung oder eine Rezession: „Wir nähern uns im Konjunkturzyklus immer mehr dem Maximum und die Wachstumsaussichten sind weiterhin stabil. Wir gehen davon aus, dass sich die Schreckensszenarien um die italienischen Staatsfinanzen nicht bewahrheiten werden – das Italientief dürfte also bald wieder abziehen.

Italien: Staatsverschuldung vor allem durch inländische Gläubiger getragen

Ein Blick auf die Finanzmärkte zeigt: Nach Handelskrieg und Brexit-Verhandlungen überschatten Italiens Budgetpläne die an sich solide Konjunkturlage. Mit einem in Aussicht gestellten Defizit von über 2,0% des BIP für die Jahre 2019 bis 2021 dürfte die Staatsverschuldungsquote mittelfristig nicht wie erwartet auf unter 120% des BIP sinken. Jungwirth: „Mit den Vorschlägen dürfte die Regierung von den zuvor vereinbarten europäischen Defizitzielen abweichen.“ Italien hat weltweit die dritthöchste Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP (2017: 131%). Gleichzeitig ist das Land mit einem Anteil von 15% an der Wirtschaftsleistung der Eurozone ein wirtschaftliches Schwergewicht. Laut Jungwirth sei die aktuelle Situation in Italien zwar ernst, aber lösbar: „Italien ist nicht so sehr von internationalen Investoren abhängig: Staatsschulden in Höhe von 49% des BIP werden von ausländischen Investoren gehalten. In Italien verschuldet sich der Staat mit dem neuen Haushaltsplan hauptsächlich bei der eigenen Bevölkerung, sowie seinen Banken und Versicherungen.“

EU: Mehr Beschäftigung durch ausgelastete Produktionskapazitäten, Zinswende in 2019 erwartet

Unabhängig davon gibt es in Europa gute Nachrichten im Hinblick auf die Beschäftigungszahlen zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit (nach EU-Definition) ist in der Eurozone auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Die BAWAG P.S.K. geht davon aus, dass 2018 die Quote auf 8,0%, und 2019 weiter sinken wird. Österreich liegt mit 4,8% im europäischen Mittelfeld. Das Plus bei der Beschäftigung begünstigt neben dem Bevölkerungswachstum, dem höheren Konsumentenvertrauen und der stabilen Sparquote das Wirtschaftswachstum.

Erfreulich sind auch die Zahlen der europäischen Industrie: Erstmals seit 2008 ist die Nachfrage so hoch, dass Produktionskapazitäten ausgelastet sind. „Frühindikatoren wie das Wirtschaftsvertrauen weisen auf eine Fortsetzung der Konjunkturerholung hin, wenn auch mit etwas schwächerer Dynamik als noch zu Jahresende 2017“, erklärt Jungwirth. Sieht man sich einzelne Länder an, stechen Österreich und Deutschland mit einer besonders starken Konjunkturdynamik hervor. Das Wachstum des österreichischen BIP beschleunigte sich 2017 auf ca. 3%. Dabei handelt es sich um das größte Wachstum seit 10 Jahren. „Der Anstieg erfolgte auf breiter Basis und wurde von einer zunehmenden Investitionstätigkeit, solidem Wachstum im privaten Konsum sowie einer Erholung der Auslandsnachfrage getragen“, so Jungwirth. Das Ende der EZB-Niedrigzinspolitik erwartet die BAWAG P.S.K. im zweiten Halbjahr 2019. „Draghis Nachfolger dürfte die erste Leitzinsanhebung seit Jahren umsetzen“, schätzt Jungwirth.

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